Jedes Jahr nach Schweden - Marko erzählt dir, warum

Marko ist einer unserer Stammgäste. Doch bevor er zum ersten Mal nach Bosjön gekommen ist, hatte er schon viele Male in Schweden Urlaub gemacht. Warum immer wieder Schweden? Das kannst du hier nachlesen.

Mann mit Hecht an der Angel im Wald
 

Ich habe Marko 2022 Jahr kennen gelernt. Uns verbindet die Liebe zur schwedischen Natur. Marko hat mir bei einem unserer ersten Gespräche erzählt, dass er schon seit fast 30 Jahren jeden Sommer in Schweden verbringt – und auch nirgendwo anders hinwill.“ Wie er nach Schweden gekommen ist und was ihn immer wieder hierhin zieht, dazu habe ich ihn in einem Interview befragt.

 

Wie hat sich deine Liebe zu Schweden und vor allem zu Värmland entwickelt?

„Ich bin zum ersten Mal als Kind mit meinen Eltern in Schweden gewesen, das war in Kalmar. Allerdings glaube ich nicht, dass es mich schon da gepackt hat. Aber als ich in den 90ern mit einem alten Schulfreund nach Värmland gefahren bin, da hab ich mich schnell verliebt: in die Wildnis, die Einsamkeit, das Summen der Insekten. Zu der Zeit war ich meistens mit dem Zelt unterwegs und deshalb total nah dran an der Natur.”

 

Wo in Schweden bist du schon überall gewesen?

“Meistens bin ich in Värmland gewesen, aber ich war auch schon weiter nördlich: in Dalarna und Jämtland bis hinauf nach Östersund. Und dann hat es mich doch wieder nach Värmland gezogen.”

 

Warum immer wieder Värmland?

“Dort fühle ich mich am wohlsten: in der Natur mit den gewaltigen Wäldern und den vielen, vielen Seen. Angeblich soll es in Värmland 10.000 Seen geben. Vielleicht sind es noch mehr. Das kann ich mir gut vorstellen. Ich liebe es, am Wasser zu sein. Mir geben die Seen (vor allem auch die großen Seen) Ruhe. Klar, weiter nördlich ist es auch beeindruckend. Aber je weiter man nach Norden fährt, desto lichter werden die Wälder. Und dann gibt es auch einfach nicht mehr so viele Seen.”

Insel im See im Morgendunst
 

Gibt es noch andere Regionen in Schweden, die dich begeistert haben?

“Auf jeden Fall. Das Naturschutzgebiet Rogen an der norwegischen Grenze und dann natürlich das Fulufjället mit den höchsten Wasserfällen Schwedens. Das hat mich auch beeindruckt. Einmal war ich im Herbst dort und bin oben im Fjäll in ein heftiges Unwetter geraten. Das ist mir in Erinnerung geblieben, das war naturgewaltig. Eine Grenzerfahrung.”

Im Fulufjaellet in Schweden

Gibt es auch Regionen, die dich weniger ansprechen?

“Ehrlich gesagt, interessiert mich Südschweden nicht sonderlich. Es ist mir da einfach zu voll, da ist immer noch zu viel los. Erst nördlich von Jönköping bzw. von Göteborg beginnt es ruhiger zu werden. Und das ist für mich das ‘richtige’ Schweden.

Nordschweden würde mich interessieren, aber die Anfahrt ist mir zu weit. Wenn ich nur vier Wochen im Sommer zur Verfügung habe, dann will ich nicht eine Woche davon (oder sogar noch mehr) im Auto sitzen. Sondern die Zeit in der Natur verbringen. Vielleicht ergibt es sich irgendwann mal, dass ich mehr Zeit habe. Dann kann ich mir gut vorstellen, nach Nordschweden zu fahren.”

 

Viele haben Angst, sich in der Stille der Wildnis zu langweilen. Wie gestaltest du deine Urlaube, damit das nicht passiert?

“Langeweile ist überhaupt kein Thema. Im schwedischen Sommer gibt es mehr als genug zu tun. Das Großartige ist: Es hat alles mit der Natur zu tun. Ich sammle Pilze, gehe angeln, pflücke Beeren. Und wenn du dann drei Kilo Pfifferlinge gefunden hast, müssen die ja auch noch geputzt werden. Der Fisch muss zubereitet werden. Und die Beeren kochen sich nicht von allein zu Marmelade.

Außerdem gibt es in Värmland jede Menge Wanderwege. Je nach Länge kann man auch schonmal eine Übernachtung im Wald einplanen.

Ich glaube, das naturnahe Leben, wie ich es jeden Sommer in Schweden genieße, tut allen Menschen gut. Aber wer immer nur Großstadt erlebt hat, dem erscheint es vielleicht fremd oder beängstigend. Doch das ist es nicht. Genauso wenig, wie es langweilig ist.”

 

Was meinst du, für welchen Typ Mensch Schweden das richtige Urlaubsland ist?

“Schwer zu sagen. Eigentlich müsste das Bedürfnis nach Natur und Ruhe in jedem Menschen vorhanden sein. Auf jeden Fall muss die Bereitschaft da sein, auf Luxus und Konsum etwas zu verzichten. Denn dafür fährt man nicht nach Schweden.

Nach Schweden fährt, wer zur Ruhe kommen und in der Natur Frieden finden will. Wer sich von der Natur beschenken lässt und die Erntemöglichkeiten wahrnimmt. Wer naturverbunden ist und das einfache Leben liebt. Wahrscheinlich gibt es auch in Schweden Luxusanlagen. Aber darum geht es – zumindest mir – nicht.”

 

Was darf in deinem Gepäck nicht fehlen?

  1. Schlafsack und Campingkocher: Ich habe zwar meine Ferienwohnung bei euch, übernachte aber auch gerne in der Natur. Ein Zelt ist nicht unbedingt nötig, denn schließlich gibt es auf vielen Wanderwegen halboffene Schutzhütten mit Feuerstellen.

  2. Mein Messer: Ich brauche es bei der Zubereitung meines Essens; wenn ich einen Fisch gefangen habe und ihn verwerten möchte: um Anzündmaterial anzufertigen oder den Feuerstahl zu zünden. Und auch mal zum Schnitzen. Unverzichtbar!

  3. Eine Angel, klar. Und wenn ich einen Hecht gefangen habe, räuchere ich ihn gerne. Das schmeckt ausgezeichnet!

  4. Mein Beerenplocker: Wer schon Blaubeeren und Preiselbeeren mit der Hand gepflückt hat, der weiß: Das ist mühsam. Mit dem Plocker (oder Kamm) geht das sehr viel einfacher und schneller. Und wenn man das achtsam und vorsichtig angeht, macht das der Pflanze auch nichts aus.”

 

Gibt es etwas, das du hier vermisst?

“Ganz ehrlich: überhaupt nichts. Und bei euch gibt’s ja sogar Sonntagsbrötchen. Im Ernst: Es fällt mit schwer, mich nach vier Wochen in Schweden wieder umzustellen auf das deutsche Tempo und den getakteten Alltag. Dann vermisse ich die Natur und die Ruhe.”

 

Was ist deine schönste Erinnerung aus so vielen Jahren Schwedenurlaub?

“Da fallen mir gleich mehrere ein:

Erstens: Als ich mal im September mit meinem Hund am See gezeltet habe, sind uns drei Elche ganz nah gekommen. Das war ein sehr besonderer Moment.

Ein Elch steht im Wald

Zweitens: Die Helligkeit zu Midsommar, wenn Abenddämmerung und Morgengrauen ineinander übergehen. In dieser Zeit auf dem See zu sein und die Wildnis zu nachtschlafender Zeit zu erleben: unvergesslich.

Drittens: Zwei Rehe zu beobachten, wie sie durch den See schwimmen. Wow!

Viertens: eine Kanutour mit Übernachtungen auf Inseln im See.

Fünftens: Live-Begegnungen mit einem Dachs und einem Biber.

Ein Biber am Seeufer
 

Welchen Tipp hast du für einen gelungenen Urlaub in Värmland?

“Ganz simpel: Lass dich einfach ein und guck, was kommt!”

 

Sehnst du dich auch nach mehr Ruhe und Natur ?

 


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